Defibrillatoren

Am Mittwoch den 5.Mai 2010 um 10:05 Uhr ging bei der Sanitätsnotrufzentrale (SNZ) Basel-Stadt der folgende Notruf ein:

Mann am Eingang beim Bahnhof SBB ist zusammengebrochen - es geht ihm nicht gut!

Ein Rettungswagen der Sanität Basel rückte darauf mit zwei Rettungssanitätern HF um 10:06 Uhr mit Sondersignal aus. Unterwegs zusätzliche Info durch die Sanitäts - Notrufzentrale, dass vor Ort bereits Laien-Reanimation läuft!

Bei Eintreffen Sanität um 10:09 wurde eine CPR (Beatmung und Herzmassage) von zwei Passanten durchgeführt. Auch der AED (Automatisch-Externer-Defibrillator) welcher sich im Bahnhofgebäude ca. 10 Meter vom Ereignisort entfernt befand, war schon eingesetzt und auch bereits einmal ein Schock abgegeben worden. Es zeigte sich sehr schnell, dass der Patient frühzeitig und sehr suffizient von den Ersthelfern vor Ort, wie berichtet zwei Männern einer Feuerwehr und Securitrans –Angehörigen, reanimiert wurde.

Zufällig kam auch noch ein Anästhesie Arzt vom Unispital Basel dazu und konnte den Patienten schnell und professionell intubieren und somit die Atemwege sichern und die weitere Beatmung optimieren. Zwischenzeitlich wurde 2 weitere Male ein Schock abgegeben. Als die zusätzlich alar-mierte Notärztin wenig später aus dem Unispital Basel eintraf, hatte der Patient bereits wieder einen eigenen Kreislauf und konnte ohne weitere Probleme um 10:29 Uhr ins Unispital transpor-tiert werden.

Es zeigt sich in diesem Fall, wie wirksam einem Menschen mit Herzkreislaufstillstand geholfen werden kann, wenn die Rettungskette optimal funktioniert, der schnelle Einsatz des AED gewähr-leistet ist und eine gute CPR durch Laien erfolgt.

Rettungskette

Es ist darum entscheidend, dass Reanimations – Kenntnisse unter der Bevölkerung zunehmend fest verankert sind. Dieses Wissen soll regelmässig geübt werden, damit im Ernstfall ohne Scheu schnell reagiert werden kann.
An wichtigen öffentlichen Standorten wie Bahnhöfen, Flugplätzen oder der Messe sind AED`s platziert und sollen für entsprechende Ereignisse auch von „Laien“ eingesetzt werden. Dies fällt den Ersthelfern sicher leichter und wird effizienter durchgeführt, wenn vorgängig ein Herz-Lungen-Wiederbelebungskurs besucht oder Kenntnisse aus einem früheren Kurs aufgefrischt wurden.

Ohne Hilfe sinkt die Überlebenschance des Bewusstlosen / Minute um 7-10 %
Der „plötzliche Herztod“ stellt die Todesursache Nummer 1 in der westlichen Welt dar. Alleine in Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Der „plötzliche Herztod“, der zunehmend auch jüngere Menschen trifft, kann überall auftreten, insbesondere zu Hause, aber auch beim Sport und am Arbeitsplatz. Sehr häufig ist der „plötzliche Herztod“ Folge eines Herzinfarktes. Der „plötzliche Herztod“ ist daher eine Herausforderung im Rahmen des Gesundheitsschutzes und der betrieblichen Ersten Hilfe. Direkte Ursache für den „plötzlichen Herztod“ ist in den meisten Fällen Herzkammerflimmern. Die Defibrillation (Elektroschockbehandlung) ist in dieser Situation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung. Je früher defibrilliert wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Herz-Kreislauf-Stillstand von Patienten überlebt wird.

Medizinproduktehersteller ha-ben Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) entwickelt, die auch von Laien bedient werden können, so dass noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes defibrilliert werden kann. Eine ständig wachsende Zahl von Unternehmen beschäftigt sich mit dem Thema AED. Bei der Organisation der Ersten Hilfe haben bereits viele Großunternehmen AED beschafft und ihre Mitarbeiter entsprechend geschult.

Herzkammerflimmern
In über 80 % der Fälle wird der plötzliche Herztod durch Herzkammerflimmern verursacht. Dieses kann nicht nur aufgrund einer „inneren Ursache“, wie z. B. Herzinfarkt, sondern auch infolge einer „äußeren Ursache“, wie z. B. durch einen Elektrounfall, auftreten. Beides bringt die Reizbildung und die Reizleitung im Herzen in elektrische Unordnung, so dass kein rhythmischer Herzschlag mehr möglich ist.

Das Herz flimmert unkoordiniert. Ein schlagartiger Herz-Kreislauf-Stillstand ist die Folge. Das Herz ist nicht mehr in der Lage, den Transport von Blut bzw. Sauerstoff zu den lebenswichtigen Organen zu gewährleisten. Die Zellen des menschlichen Körpers sterben langsam ab; am empfindlichsten reagieren die Gehirnzellen auf den Sauerstoffmangel. Bereits wenige Sekunden nach Einsetzen des Herzkammerflimmerns tritt Bewusstlosigkeit auf, dann setzt die Atmung aus. Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen.
Die Eintreffzeit des Rettungsdienstes nach einem Notruf kann kaum weiter verkürzt werden. Rechtzeitig können die Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage, Beatmung usw.) nur durch Personen erfolgen, die schon vorher am Ort des Geschehens anwesend sind, z. B. Ersthel-fer. Mit diesen Maßnahmen muss ein Minimalkreislauf erzeugt werden, um so das Absterben der Gehirnzellen zu verhindern. Die Wiederbelebung allein kann jedoch das Herzkammerflimmern nicht beenden. Hier kann nur eine zusätzliche, möglichst frühzeitige, Defibrillation helfen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Defibrillation wird entscheidend durch den Faktor Zeit begrenzt. Je früher die Wiederbelebungsmaßnahmen und die Defibrillation durchgeführt werden können, umso größer ist der Erfolg. Wenn die Defibrillation frühzeitig nach Eintritt des Ereignisses erfolgt und durch weiterführende Maßnahmen der Wiederbelebung des Rettungsdienstes (Intubation, Infusion, Medikation etc.) ergänzt wird, werden Überlebensraten von mindestens 30 - 40 % erreicht. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten sogar zeigen, dass die Überlebens-chancen des Be-troffenen auf über 70 % steigen, wenn innerhalb von drei Minuten nach Eintritt des Herzkammer-flimmerns eine Defibrillation durchgeführt wird.

Wirkungsweise der Defibrillation
Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen. Der Elektroschock, der bei der Defibrillation über zwei auf den Brustkorb des Patienten geklebten Elektroden verabreicht wird, bewirkt eine Gleichrichtung des flimmernden Herzens. Nach einer erfolgreichen Defibrillation kann das Herz wieder geordnet schlagen.

Die 4 "Zoll" – AED - Standorte am Bahnhof SBB

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